dpa-Meldung

Berliner Morgenpost vom 20.3.2005

Experte für die Berliner Stadtbären: Bernd Unger

Berlin feiert Stadtbären-Geburtstag und verdankt das eigentlich nur einem Mann: Bernd Unger. Ohne ihn wüßten wir nämlich nicht, daß am 23. März vor 725 Jahren der Bär als Symbol zum ersten Mal in einem Stadtwappen aufgetaucht ist - die Geburtsstunde des Stadtbären. Unger, heute 68, kam zu den Bären wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. "Mit Tieren hatte ich bis dahin eigentlich nichts am Hut", erzählt der gelernte Exportkaufmann, der mit seiner Frau Waltraut in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Hellersdorf lebt. Sein damaliger Ausflug zum Bärenzwinger im Köllnischen Park brachte die Wende im beschaulichen Leben des Frührentners. "Bei den kümmerlichen Erklärungen des Stadtführers fiel mir erst auf, wie wenig über die Bären und ihre Geschichte bekannt war", so Unger, der von Stund an zu dem Berliner Stadtbärenexperten avancierte. 1994 gründete er den Verein der Berliner Bärenfreunde, der sich liebevoll um die Bärentradition, die Geburtstagsfeiern für Tilo, Maxi und Schnute und um das sonstige leibliche Wohl der drei Stadtbären kümmert. Unger hat in seinem Bärenforscherjahren mehr als 3000 Dokumente zum Berliner Wappentier aufgespürt und ist im Brandenburgischen Domarchiv auf das Erstdokument von 1280 gestoßen: einen Gildebrief der Berliner Kürschner mit dem Stadtsiegel und den Bären darin. 2002 erschien Ungers Buch "Der Berliner Bär. Ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart", das mittlerweile zur Fachliteratur der Stadtchronik gehört. Bis heute stehen in Ungers Terminplan jedes Jahr vier Termine fest: die Geburtstage seiner drei Schützlinge und das Fest zum Stadtbärenjubiläum am 23. März.

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