Es gab auch zu diesem Anlaß ein Gedicht, veröffentlicht in der BZ am Mittag , das , wenn man bedenkt, in welcher Zeit es geschrieben und veröffentlicht wurde, zum Nachdenken anregte.
| Unweit des markgräflichen alten Berliner Schlosses, das erhalten Nur noch in Grundsteinüberresten, Am Achsenstrang von Ost nach Westen, Sind dieser Tage - ungelogen - Vier junge Bären eingezogen. |
| Sie wurden feierlich empfangen, Mehr konnte kaum ein Mensch verlangen, Richtlinien für´s Berliner Leben Hat ihnen reichlich man gegeben, Sogar das Oberhaupt der Stadt Sich ihrer angenommen hat. |
| Kein Wunder, daß sich der Chroniste Entschloß, in die Besucherliste Sich heute gleichfalls (sozusagen als Interviewer) einzutragen, Denn Bären aus Berlin und Bern Steh´n ja den Dingen nicht so fern. |
| Lag darin, daß sie jung an Jahren Und mutmaßlich noch unerfahren, Auch die Gefahr der Urteilstrübung, So war´s ja nur der Zweck der Uebung, Zu unterrichten sich persönlich Auf einem Weg, der ungewöhnlich. |
| Mit Bären hat in seinem Leben Oft der Chronist sich abgegeben, Auch hat er sich mit abgefunden, Wenn man ihm einen aufgebunden; Aus Kindertagen klingt die Mähr: In Polen brummt ein wilder Bär... |
| So drehte heut´schon früh am Tage Um´s Wetter und die sonst´ge Lage Und ihre künftige Gestaltung Sich eine läng´re Unterhaltung, Die auch für meinen Pegasus Ganz streng vertraulich bleiben muß. |
| Denn dies verlangten viele Male Die beiden Berner als Neutrale; Der mit der Fühlung mit der Presse Verriet zwar Kenntnis und Int´resse, Doch hat er wiederholt betont: Kein Wort zuviel - wie wir´s gewohnt! |
| So bleibt geheimnisvoll verborgen, Was mit den Bären heute morgen Im Herzen uns´rer Vaterstadt Sich der Chronist besprochen hat; Doch zweifellos schon heute scheint: So wie es kommt, so war´s gemeint. |
| F r a k u n |